- afghanistan anders sehen

3. Dezember 2015   18 Uhr
Galerie I AM SPACE
Potsdamer Str. 81 C, Haus H
10785 Berlin

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Ausstellung bis zum 19. Dezember 2015
DO bis SA, 16 bis 20 Uhr & nach Vereinbarung
Eintritt frei

Prominente afghanische Fotografen wie der mit dem Pulitzer-Preis prämierte Kriegsfotograf Massoud Hossaini, die Fotokünstlerin Rada Akbar oder die international arbeitende Fotojournalistin Farzana Wahidy zeigen ihre gesellschaftskritische Perspektive auf aktuelle Themen ihres Landes. Vor dem Auge ihrer Kamera kann sich die Realität nicht verstecken, es gibt keinen Weichzeichner.
Auch von der Ausstellung ins Visier genommen: die erfolgreiche Anti-Korruptionskampagne „I SEE YOU“ des Street Art-Künstlers Kabir Mokamel. Nichts entgeht den übergroßen Augen, die von den grauen Betonwänden Kabuls blicken.

Kabir Mokamel ist bei der Vernissage anwesend.

  • Rada Akbar
    Rada Akbar

    Nachdem Rada Akbar bereits als Malerin erfolgreich war, ersetzte sie die Pinsel durch Linsen und fotografiert seitdem ­nicht Subjekte, sondern das, was sie dabei fühlt. Auch die Fotoarbeiten der afghanischen Künstlerin sind weltweit zu sehen. Sie arbeitete bereits mit prominenten Organisationen wie der UNDP, UNFPA oder GIZ. Die Perfektionistin dokumentierte zudem in zwei Filmen das Leben und Elend afghanischer Frauen. Einer der beiden, „Shattered Hopes“ („Zersplitterte Hoffnungen“), wurde 2009 für das Panorama Hindukusch-Filmfestival in Köln ausgewählt.

    • Massoud Hossaini
      Massoud Hossaini

      Massoud Hossaini, während der Sowjet-Besatzung 1981 in Kabul geboren, mit seiner Familie als Baby in den Iran geflohen, entschied sich als politischer Aktivist für die Fotografie. 2002, nach dem Sturz der Taliban nach Afghanistan zurückgekehrt, schloss er sich der AINA an, der Organisation des National Geographic-Fotografen Reza Deghati für Bildung, Kommunikation und Information und lernte von dem preisgekrönten Fotojournalisten Manoocher Deghati. Seit 2007 arbeitet er für Agence France Presse und fotografiert seither den Krieg gegen den Terrorismus.

      • Farzana Wahidy
        Farzana Wahidy

        Seit 1984 – da war Farzana Wahidy 6 Jahre alt – lebt die in Kandahar, Afghanistan, geborene Fotojournalistin in Kabul. Zusammen mit 300 anderen Mädchen besuchte sie während des Taliban-Regimes eine Untergrund-Schule in einer Wohnung. Nach Sturz der Regierung und damit der Aufhebung des Bildungsverbots für Frauen folgten Förderprogramme und Stipendien und die Arbeit für internationale Nachrichtenagenturen wie Agence France-Presse und Associated Press. Ihre mehrfach preisgekrönten Fotos sind in Ausstellungen weltweit und in allen relevanten internationalen Medien zu sehen.

        I SEE YOU – Kabir Mokamel

        Was auf Kabuls Betonmauern neben dem gigantischen Augenpaar mit dem durchbohrenden Blick geschrieben steht, liest sich so: „Ich sehe dich. Korruption bleibt Gott und den Augen des Volkes nicht verborgen.“ Es ist das Werk des afghanischen Künstlers Kabir Mokamel, der Straßenkunst nicht nur nutzt, um sich auszudrücken. Er will mehr. Er will die Menschen seiner Stadt erreichen und sie als Individuen und als Gemeinschaft auf friedliche, unkonventionelle Art dazu bewegen, etwas in ihrem Heimatland Afghanistan zu verändern. Und er weiß: Um das Land langfristig zu stabilisieren, ist das Selbstvertrauen des Volkes, das Vertrauen der Menschen in ihre Mitbürger und in ihre Regierung essentiell. I SEE YOU ist also nicht nur eine Anti-Korruptionskampagne, sondern eine landesweite Friedensinitiative.

        © Rada Akbar

        Viele der Arbeiten von Kabir Mokamel sind Ausdruck der Themen, die sein Leben maßgeblich bestimmen, einschließlich der Nachwirkungen des Krieges in Afghanistan und des damit verbundenen Leids der Frauen. Er hat sich als Street Art-Künstler einen Namen gemacht und hohe Ziele gesteckt: Kabul soll die Graffiti-Hauptstadt der Welt werden. Mauern dafür gibt es genug. Aber es geht Mokamel nicht nur um die Verschönerung der Stadt, er will Leute zusammenbringen, jeder darf mitmalen und seinen Beitrag leisten, jenseits von Waffen und Krieg. Und jeder – auch ein Analphabet – kann die Botschaften der Wandmalerei verstehen, Botschaften gegen die Angst und für ein neues Afghanistan.


        Kabir Mokamel
        wurde 1968 in Afghanistan geboren und studierte Grafikdesign und Bildende Künste mit dem Schwerpunkt Malerei in Australien.

        Wo?

        I AM SPACE
        Potsdamerstr. 81 C / Haus H
        10785 Berlin