- afghanistan anders auflegen

5. Dezember 2015   21 Uhr
Platoon Kunsthalle
Schönhauser Allee 9
10119 Berlin

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Schlüpfen Sie in Ihre Tanzschuhe und machen Sie sich bereit für die offizielle Party zur Afghanischen Kulturwoche. Der Club Kabul öffnet in der Platoon Kunsthalle seine Pforten für ein außergewöhnlich kuratiertes Programm zwischen Exzellenz und Underground.

Bestaunen und betanzen Sie den Soundtrack einer 100-jährigen deutsch-afghanischen Freundschaft: HipHop trifft auf Weltmusik, Hippies auf Hipster, Elektro auf Vibrafon – und Sie auf musikalische Großmeister wie Jan Mir, Taman Noor, Christian Burchard (Embryo), die 143Band und die Gebrüder Teichmann uvm.

© Rada Akbar

CLUB KABUL SPECIAL

Der gemeinsame Auftritt von Christian Burchard und dem Kabuler Rubab-Meister Abdella Habibi mit den Gebrüdern Teichmann schlägt nicht nur interkulturelle Brücken, sondern bringt auch zwei Generationen neugieriger und weltoffener Musiker gemeinsam auf die Bühne. Burchard ist Kopf der legendären Krautrockband Embryo. Als sich die Band in den 70er Jahren auf den Hippie-Trail nach Indien begibt, macht sie auch in Afghanistan halt und tritt dort mit einheimischen Musikern auf…

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Das Album „Embryos Reise“ und der Film „Die Vagabundenkaravane – Die Abenteuerliche Reise Von Embryo Bis Nach Südindien 1978“ dokumentieren diese Reise. Embryo gelten als Wegbereiter einer Weltmusik, die verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint, und wurden dafür 2008 mit dem Weltmusikpreis „Ruth“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die elektronischen Gebrüder Teichmann wandeln nicht nur kulturell, sondern auch geografisch in den Fußstapfen der Krautrocker. Ihre unterschiedlichsten Projekte sind verknüpft durch den roten Faden des freien und spielerischen Zugangs, des Aufbrechens musikalischer Grenzen und der Bereitschaft, Risiko einzugehen. Ihre Auftritte als DJs und elektronische Live-Musiker und auch ihre interkulturellen Kollaborationen und Projekte haben sie bis heute in mehr als 60 Länder gebracht. Im Auftrag des Goethe-Instituts durchquerten sie 2011 Südasien mit Zwischenstation in Kabul, wo sie sich mit einheimischen Musikern kurzschlossen, jammten und einen Workshop im Afghanischen Nationalinstitut für Musik gaben. Rubab-Meister Abdella Habibi ist besonders mit dem unsterblichen Ustad Mohamed Omar verbunden, dessen Spiel und Kompositionen er vorzüglich interpretiert. Mit dem Einzug der Taliban hat er seine Heimat verlassen und spielt bereits seit 1990 mit Christian Burchard.

  • 143Band
    143Band

    Das afghanische Pärchen „Paradise“ und „Diverse“ liebt sich und seine Fans und will genau das mit dem Bandnamen 143Band ausdrücken (1 für ich, 4 für liebe und 3 für dich). Auch viele Songs der beiden drehen sich um die Liebe, aber genauso um reelle soziale Bedingungen und Lebenssituationen der Afghanen. Seit ihrer Gründung 2008 kombiniert die 143Band Dari und Persische Musik mit dem modernen westlichen Stil. Das Ergebnis, mal R&B oder Pop, mal House oder HipHop, mal feinster afghanischer Rap, geht ins Ohr – und in die Füße.

    • Christian Burchard
      Christian Burchard

      Christian Burchard, der Kopf der Band Embryo, ist Vollblutmusiker. Und nach allem, was er komponiert, produziert und musikalisch erlebt hat, ist es absolut vermessen, das in wenige Zeilen pressen zu wollen. Gut, es ist sicher nicht falsch zu sagen, dass er als Kind Klavier lernte, dann Posaune, später zum Schlagzeug wechselte und das Vibrafon entdeckte. Nicht zu vergessen Orgel, Santur und andere orientalische Instrumente. Aber das sagt nichts über die Jahrzehnte, die er mit Musikern unterschiedlichster Couleur, Prominenz und Genres gejammt und trotz messerziehender Rocker, ungedeckter Gagenschecks, Gefängnis und Einreiseverbots für seine musikalischen Ideale gekämpft hat, kompromisslos, unbeirrbar. In diversen Bandformationen hat er die Welt gesehen, ihren Geist musikalisch in sich aufgesaugt und in sich die Verbindung von elektrischen Rocksounds mit exotischen Klängen und Polyrhythmik gefunden. Er gilt als einer der Pioniere der Weltmusik in Europa. 2008 erhielt er mit Embryo den deutschen Weltmusikpreis „Ruth“.

      • Taman Noor
        Taman Noor

        Unter dem Künstlerpseudonym „Espin“ legt Taman Noor neuerdings wieder Drum&Bass auf, nachdem er HipHop und Funk gegen die experimentierfreudigeren Spielarten in Sachen House, Techno und Dubstep eingetauscht hat. Der Kulturwissenschaftler stammt ursprünglich aus Kabul, wanderte mit seiner Familie schon als Kind nach Deutschland aus und eroberte seit 1997 neben seinem Studium als DJ und Partyveranstalter Tanzbeine und Ohrmuscheln der Hansestädte Bremen und Hamburg im Norden. Mit den Gebrüdern Teichmann realisierte er einen Workshop in Kabul, bei dem junge afghanische Musiker auf elektronische Musik aus Deutschland trafen. Seit 2010 lebt Taman in Berlin.

        • Abdella Habibi
          Abdella Habibi

          Rubab-Meister Abdella Habibi stammt aus Kabul, dem musikalischen Zentrum Afghanistans. Seine Flucht vor dem Taliban-Regime brachte ihn Anfang der 1980er Jahre nach Europa. Habibi fühlt sich besonders dem unsterblichen Ustad Mohamed Omar verbunden, dessen Spiel und Kompositionen er vorzüglich interpretiert. Bei einem Konzert mit dem indischen Tablaspieler Sankar Lal traf er erstmals auf Christian Burchard. Seitdem treten die beiden gemeinsam auf, u.a. mit Djamal Mohmand oder Parviz Ayan. Sie alle kommen aus dem Land am Hindukusch und bereichern seit Jahren die hiesige Musikszene. Ein großes Bild von Habibi hängt z.B. im Münchner Zentrum für bayerische Volksmusik von Sepp Eibl!

          • Jan Mir
            Jan Mir

            Es gibt wohl keine namhafte Clublocation in Berlin, in der Jan Mir noch nicht aufgelegt hat. Er ist ein Hauptstadtkind. Aber der Mann der elektronischen Musik ist auch jenseits der Stadtgrenzen, ja international erfahren. Von Kasachstan bis in die Schweiz, von der Türkei bis in die Niederlande überzuckert der DJ mit dem Basiscamp im Ritter Butzke mit seinen Musikperlen sein internationales Publikum. Angefangen von Weltmusik, die er dank seiner afghanischen Wurzeln seit seiner Kindheit hört, über Klassik, Pop, Rock, Punk, HipHop, Jazz und experimentelle Musikformen verliebte er sich schließlich in den Elektro – und aus der Liebelei wurde eine feste Beziehung: Seine ersten Releases auf Labels wie Tonkind und Aromamusic sind Ausdruck von Emotionalität und Vielseitigkeit. Er ist kein Freund von Monotonie; Brüche und Überraschungen gehören in seine Sets. Das Publikum dankt es ihm mit unermüdlichem Tanz bis in die lila Wolken des Sonnenaufgangs und darüber hinaus.

            • Gebrüder Teichmann
              Gebrüder Teichmann

              Die elektro-affinen Berliner wissen: Ob die Gebrüder Teichmann eigene Alben auflegen, fremdes Vinyl mischen oder live performen – Stimmung ist garantiert. Schon im Kindesalter machten die Brüder Andi und Hannes mit ihrer Band „Totalschaden“ auf sich aufmerksam. Weitere Bands, ein eigenes Label und unzählige Auftritte als DJs und elektronische Live-Musiker machten den Weg frei für bahnbrechende, interkulturelle Kollaborationen und Projekte, die fast immer mit dem Aufbrechen musikalischer Grenzen und einer großen Risikobereitschaft einhergehen. Ihre musikalischen Aktivitäten und internationalen Kooperationsprojekte führten die gebürtigen Regensburger bereits in über 60 Länder, darunter auch Afghanistan.

              • Masta Sai
                Masta Sai

                Die in Berlin lebende Politikwissenschaftlerin und Germanistin Sahar Chopan aka. Djane Masta Sai ist die Begründerin der DostHane-Eventreihe und Resident-Djane der monatlichen Zembîl-Reihe des Südblocks Berlin. Mit ihrem traditionell verankerten und pankulturellem „Best Berlinistan Garam Masala Sound“ hat sie die ersten afghanischen Surfmeisterschaften 2015 in Portugal musikalisch begleitet. Als erste Deutsch-Afghanische Djane ist sie mit ihrem weitreichendem Musikspektrum eine Pionierin in der Berliner Clubszene. Wie der Name „Masta“ bereits anklingen lässt, versetzt sie mit ihren Klängen das Publikum in ein euphorisches Tanzfieber.

                Wo?

                Platoon Kunsthalle
                Schönhauser Allee 9
                10119 Berlin