- afghanistan anders drehen

4. Dezember 2015   20 Uhr
hackesche höfe kino
Rosenthaler Straße 40-41
10178 Berlin

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Das Filmfestival zur Afghanischen Kulturwoche zeigt eine Auswahl an Spiel- und Dokumentarfilmen afghanischer Regisseure – eine Auswahl, die alles andere als beliebig ist. Es sind teils bereits preisgekrönte, teils Oscar-nominierte, immer aber hochkarätige Streifen, die im hackeschen höfe kino zu sehen sind. Kein Wunder, denn hinter der Zusammenstellung steckt eine prominent besetzte Festivaljury aus dem Medienprofi Abasin Azarm, dem erfahrenen Dokumentarfilmer Mohammad Mehdi Zafari und dem Emmy-Preisträger Yusuf Jannesar. Sehen Sie Afghanistan mit anderen Augen – mit denen derer, die Afghanistan wirklich kennen.

Utopia **Deutschlandpremiere**

Der Film „Utopia“ (aka “ArmanShahr”) erzählt drei ineinander verwobene Geschichten von Einsamkeit und Isolation, die sich um Jannan ranken – eine Frau aus Afghanistan, die für eine künstliche Befruchtung nach Großbritannien reist. Zu Komplikationen kommt es, als der Medizinstudent William, der in der Klinik arbeitet, die Samen des Spenders gegen seine eigenen austauscht und Jannan herausfindet, dass William aus einer Familie stammt, die in ihrem Heimatland eine lange militärische Vergangenheit hat.

Utopia ist der dritte Spielfilm des talentierten Regisseurs Hassan Nazer, der Theater und Film studiert hat. Die schottisch-indisch-afghanische Koproduktion wurde in Aberdeen, Indien, Tadschikistan und Afghanistan gedreht, wo teilweise mehr Sicherheitsleute als Filmcrewmitglieder am Set waren. Nach dem Fajr International Film Festival im Iran und dem Malaysia International Film Festival ist der Streifen nun im Rahmen der Afghanischen Kulturwoche als Deutschlandpremiere zu sehen.

Den Trailer zum Film finden Sie unter: https://vimeo.com/106026300

 

Produzent: Chris Robb
Regisseur: Hassan Nazer
Drehbuch: Amir Aghaee
Sprache: Englisch (ursprünglich Dari)
Länge: 95 Minuten
Produktionsland und -jahr: Afghanistan, 2015

Darsteller:
Malalai Zikria als Jannan
Hannah Spearritt als Lucy
Homayoun Ershadi als Najib
Bhasker Patel als Geistlichen
Andrew Shaver als William
Saahil Chadha als Rajnesh
Arun Bali als Rajendra
Alec Westwood als britischen Arzt
Chris Robb als Williams Freund

Internationale Protagonisten des Films:
Cario Foster (Profi-Skater, USA)
Louisa Mencke (Profi-Skater, Niederlande)
Kenny Reed (Profi-Skater, USA/Spanien)
Maysam Faraj (Profi-Skater, Vereinigte Arabische Emirate)

 

 

 

 

Weitere Informationen zu Skateistan gibt es hier.

Skateistan – Four Wheels and a Board in Kabul

ausgezeichnet mit dem Cinema for Peace Award als bemerkenswertester Dokumentarfilm des Jahres 2011

Zugegeben, dass Dokumentarfilme einen zu Tränen rühren, ist eher selten. Dieser tut es. Es sind Einblicke in das raue Leben von afghanischen Kindern, wie sie westliche Medien kaum zeigen. Hautnah ist man dabei, wenn eine internationale Gruppe von professionellen Skatern 2009 Kabul besucht, um mit den Kindern und Jugendlichen von Skateistan zu arbeiten und interessante Skate-Spots in der Stadt zu finden. Skateistan, das bedeutet für Hunderte Mädchen und Jungen im Alter von 5-17 Jahren Zugang zu Sport und Schulbildung gepaart mit dem Gefühl von Gemeinschaft und Freiheit.

Die Dokumentation hat keine politische Agenda. Es ist eine Hommage an ein verblüffendes Hilfsprojekt, das wider alle ethnischen, religiösen und sozialen Klüfte den Kindern des von Konflikten zerrütteten Landes mithilfe von vier Rädern und einem Brett Hoffnung bringt. Und es ist eine Hommage an das Skaten. Aber wie der australische Gründer der Initiative Oliver Percovich sagt, ist nicht Skaten der Schlüssel. Der Schlüssel ist die Kraft, etwas zu teilen, das man liebt und die Erfahrung, dass mit Beharrlichkeit etwas ganz Unerwartetes daraus erwachsen kann, etwas wirklich Großartiges.

Den Trailer zum Film finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=04M2PQso-AA

„Frame by Frame“ – Afghanische Medien unter Druck

Die Deutsche Welle präsentiert Film und Diskussion

Terror, Gewalt, Repressionen: Wer als Fotojournalist in Afghanistan arbeitet, riskiert täglich sein Leben. Was bewegt Afghanen diesen Beruf zu ergreifen? Mit welchen Gefahren werden sie täglich konfrontiert? Das beleuchtet eindrucksvoll der preisgekrönte Dokumentarfilm „Frame by Frame“, heißer Anwärter für einen Oscar. Die Regisseurinnen Alexandria Bombach und Mo Scarpelli begleiten vier Fotojournalisten, unter anderem den Pulitzerpreisträger Massoud Hossaini.

Die Deutsche Welle lädt Sie herzlich ein zu Filmvorführung und Gespräch.

Gespräch:
Reza Shirmohammadi, Afghanischer Fotojournalist
Forough Hosseinpour, Medientrainerin DW Akademie

Moderation:
Waslat Hasrat-Nazimi, Deutsche Welle, Dari-/Paschtu-Redaktion

Tell Spring Not To Come This Year

In der Umbruchphase nach dem Truppenabzug der NATO ist in der als extrem gefährlich geltenden Provinz Helmand von Sicherheit keine Spur, an Frieden ist nicht zu denken. Der Dokumentarfilm von Saeed Taji Farouky und Michael McEvoy zeigt aus blutiger, intimer Nähe und in epischer Dimension den aussichtslosen Fronteinsatz einer Kompanie der Afghanischen Nationalen Armee (ANA) gegen den Feind. Einen Feind, den die NATO in fast 13 Jahren nicht besiegen konnte. Es bleibt nur das Beten, dass die afghanischen Soldaten ihr Land, ihre Witwen, ihre Waisenkinder gegen den internationalen Terror irgendwie verteidigen können.

Produzent: Tourist with a Typewriter
Regie: Saeed Taji Farouky, Michael McEvoy
Drehbuch: Saeed Taji Farouky, Micheal McEvoy
Sprache: Englisch
Länge: 87 Minuten
Produktionsland und -jahr: Großbritannien, 2015

Regie: Atiq Rahimi
Drehbuch: Atiq Rahimi, Jean-Claude Carriére
Sprache: Deutsch
Länge: 99 Minuten
Produktionsland und- jahr: Deutschland, 2013

Stein der Geduld

Er liegt im Koma, getroffen im Nacken, von einer Kugel aus dem Krieg in Afghanistan. Sie lebt. Bleibt bei ihm. Spricht mit ihm. Unaufhörlich. Über alles, was sie in zehn Jahren Ehe nicht mit ihm geteilt hat: ihre Wünsche, ihre Ängste, ihre Träume, ihren Schmerz. Die Kinder hat sie in Sicherheit gebracht. Doch ist sie selbst in Sicherheit, in diesem verlassenen Haus, mit dem halbtoten Mann, als ein junger Soldat durch die Türe tritt? Was will er? Was macht sie? Was erzählt sie ihrem Mann davon?
Mit „Stein der Geduld“ verfilmte Autor Atiq Rahimi seinen gleichnamigen internationalen Bestseller über Unterdrückung und Selbstbefreiung, die Liebe und den Krieg – in sanftem Tempo, minimalistisch inszeniert, wahrhaftig schön.

Den Trailer zum Film finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=14N30GcPx5U

Traumfabrik Kabul

Die deutsch-afghanische Koproduktion zeichnet ein beeindruckendes, persönliches Porträt der zielstrebigen Saba Sahar, die als Kabuler Polizistin, vor allem aber als Schauspielerin und Filmemacherin unermüdlich für die Rechte der Frauen im männerdominierten Afghanistan kämpft – getrieben von einer unbeirrbaren Leidenschaft für ihr zerrüttetes Land und tiefer Sehnsucht nach gesellschaftlicher Anerkennung der selbstständigen afghanischen Frau. In dem 80-Minüter von Sebastian Heidinger prallen Spielfilmszenen und Dokumentation, Filmutopie und Lebensrealität, Unterhaltung und Aufklärung gekonnt aufeinander. „Traumfabrik Kabul“ feierte 2011 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin seine Premiere und hat an Relevanz seitdem nichts verloren.

Den Trailer zum Film finden Sie unter: https://vimeo.com/39403216

Produzent: Nils Bökamp
Regie: Sebastian Heidinger
Drehbuch: Nils Bökamp, Sebastian Heidinger
Sprache: Original mit Deutschen Untertiteln
Länge: 83 Minuten
Produktionsland und -jahr: Deutschland/Afghanistan, 2011

Darsteller: Saba Sahar

Regie: Yosef Baraki
Drehbuch: Yosef Baraki
Sprache: Original mit englischen Untertiteln
Länge: 110 Minuten
Produktionsjahr: 2015

Darsteller:
Farzana Nawabi
Hashmatullah Fanai
Qadir Aryaie

Mina Walking

Gerade erst bei der diesjährigen Berlinale in der Sektion „Generation 14plus“ gezeigt, dreht sich das Spielfilmdebüt des in Kabul geborenen kanadischen Regisseurs um ein 12-jähriges Mädchen, das ferner von glücklicher Kindheit nicht sein könnte. Ihr Zuhause, eine kärgliche Behausung in einem vom Krieg gebeutelten Land, die Mutter von den Taliban getötet, der Vater ein Junkie, der Großvater hilflos und senil. Und Mina, sie macht alles für ihn, holt Wasser, kocht, näht, wäscht, arbeitet und geht nebenbei noch zur Schule. Und hält durch – bis der Großvater stirbt.
Yosef Baraki ist selbst erst 25 Jahre alt, als er das zweistündige Drama mit seiner Handkamera und überwiegend Laiendarstellern über den Dächern Kabuls in gerade mal 19 Tagen dreht.

Den Trailer zum Film finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=QH0j5JzQnfg

  • Yusuf Jannesar
    Yusuf JannesarJury-Mitglied

    Für seine Arbeit beim Dokumentarfilm “Afghanistan Revealed”, der Teil des National Geographic Explorer-Projekts war, gewann Yusuf Jannesar 2002 den Emmy. Seine Karriere begann, als er in den 1980er Jahren die Invasion der Sowjets in Afghanistan und in den 90er Jahren den dortigen Bürgerkrieg filmte. Nach seiner Kamera- und Filmbearbeitungs-Ausbildung in Afghanistan und Frankreich arbeitete er zusammen mit international renommierten Dokumentarfilmern wie Peter Mackenzie, Sebastian Junger oder Peter Jouvenal. Yusuf Jannesar besitzt das größte Filmarchiv der Mudschahedin-Ära.

    • Mohammad Mehdi Zafari
      Mohammad Mehdi ZafariJury-Mitglied

      Mohammad Mehdi Zafari war noch ein Kind, als seine Familie, die acht Mitglieder durch eine sowjetische Bombe in Kundus verloren hatte, nach Pakistan und Iran floh. Ohne zu wissen, was ihn erwartet, kehrte er nach dem Sturz der Taliban nach Afghanistan zurück. In einem UNHCR-Zelt an der afghanisch-iranischen Grenze sah er seinen ersten afghanischen Film. Nach seinem Anthropologie-Studium in Paris und Filmkursen in Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien und Afghanistan produzierte er fünf Dokumentarfilme, die meisten davon über Menschenrechte in seinem Heimatland.

      • Abasin Azarm
        Abasin AzarmJury-Vorsitzender

        Der Unternehmergeist steckte schon immer in Abasin Azarm. Er nutzte ihn zum Überleben und, um seine Familie zu ernähren. Heute, als COO der großen afghanischen Medienagentur Khat Media, koordiniert er Fernseh- und Radioprojekte und gehört zum Kernteam der Kreativ- und Entwicklungsabteilung. Vorher leitete er erfolgreich Certe Media; die afghanische Regierung und internationale Organisationen wie UNDP, USAID und UNWOMEN zählten zu seinen Kunden. Nach dem Erfolg seines eigenen Radiosenders Watander FM entwickelte er ein fast halb Afghanistan abdeckendes Netzwerk von Rundfunkanstalten.

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